27.03.2013
Selbstverpflichtung

Versicherungswirtschaft und Datenschützer schaffen neue Maßstäbe für Datenschutz

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat gemeinsam mit Daten- und Verbraucherschützern Verhaltensregeln für die Datenverarbeitung in der Versicherungsbranche entwickelt, die vom Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit genehmigt wurden.

Der GDV ist damit der erste Verband in Deutschland, der für eine freiwillige Selbstverpflichtung zum Datenschutz das Gütesiegel der Datenschutzbehörden erhält. „Der Schutz von Kundendaten hat für uns oberste Priorität. Die neue Selbstverpflichtung konkretisiert erstmals die allgemeinen Regeln des Bundesdatenschutzgesetzes für die Versicherungswirtschaft und schafft Transparenz über die Datenverarbeitung in unserer Branche. So wollen wir das Vertrauen unserer Kunden in unternehmensinterne Abläufe weiter stärken“, betont Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung.

Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth

Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung

„Die neue Selbstverpflichtung dokumentiert das gemeinsame Verständnis von Versicherungswirtschaft, Daten- und Verbraucherschützern über die Datenschutzregeln für Versicherungen.”

 
An den Verhaltensregeln waren von Anfang an Vertreter der Mitgliedsunternehmen, der deutschen Datenschutzbehörden und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) beteiligt. So konnte sichergestellt werden, dass sie die Belange der Kunden wahren und zugleich mit den Prozessabläufen der Unternehmen vereinbar sind. „Die neue Selbstverpflichtung dokumentiert das gemeinsame Verständnis von Versicherungswirtschaft, Daten- und Verbraucherschützern über die Datenschutzregeln für Versicherungen“, ergänzt von Fürstenwerth. „Diesen Dialog werden wir über die aktuelle Selbstverpflichtung hinaus fortsetzen, um weitere gemeinsame Antworten auf noch offene Datenschutzfragen zu finden.“

Der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Alexander Dix, hofft, dass auch andere Branchenverbände dem Beispiel des GDV folgen. „Von den Datenschutzbehörden geprüfte Selbstverpflichtungen sind ein sinnvoller Weg, allgemeine Datenschutzregeln branchenspezifisch auszufüllen. Dies wird auch im Kontext der künftigen Europäischen Datenschutz-Grundverordnung eine wichtige Rolle spielen.“

Die Versicherungswirtschaft ist von jeher darauf angewiesen, in großem Umfang personenbezogene Daten zu verwenden. Für Versicherungskunden wird mit den neuen Verhaltensregeln deutlich transparenter, was von der Antragstellung bis zur Schadenregulierung mit ihren Daten geschieht.

Die Verhaltensregeln haben für Versicherungskunden auch praktische Vorteile: Die Kunden können sich darauf verlassen, dass die in der Selbstverpflichtung beschriebenen Abläufe mit dem deutschen Datenschutzrecht konform sind – separate Einwilligungen und Schweigepflichtentbindungen sind künftig nur noch nötig, wenn zum Beispiel Gesundheits- oder der Schweigepflicht unterliegende Daten erhoben und verarbeitet werden. Für die Verarbeitung von solchen besonders sensiblen Daten hat der GDV gemeinsam mit den zuständigen Datenschutzbehörden Mustererklärungen erarbeitet.

Die Versicherungsunternehmen können den neuen Verhaltensregeln für die Datenverarbeitung jetzt beitreten. Sie müssen in einer Frist von maximal drei Jahren ab Beitritt ihre Datenverarbeitung den gesteigerten Anforderungen anpassen. Eine akuelle Liste der beigetretenen Unternehmen finden Sie hier.

Mehr zum Thema:
>> Versicherungsunternehmen treten Datenschutzkodex bei
>> Weitere Artikel zum Thema „Datenschutz” auf GDV.DE
Ansprechpartnerin für Presseanfragen: Ansprechpartnerin für Datenschutzfragen:
Una Großmann
Tel.: 030/ 2020 – 5902
Mail: u.grossmann@gdv.de
Dr. Martina Vomhof
Tel.: 030/ 2020 – 5290
Mail: m.vomhof@gdv.de