21.03.2013
Versicherer zahlen zügig

Stellungnahme zum Bericht der Süddeutschen Zeitung

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe zur Schadenregulierung der Versicherer. Der Artikel zeigt, dass eine Versachlichung des Themas dringend geboten ist.

Süddeutsche Zeitung vom 21.03.2013
In dem Artikel wird behauptet, Versicherer stünden im Verdacht, nur widerstrebend und mit erheblicher Verzögerung Leistungen an ihre Kunden zu zahlen. Dabei bezieht sich die Zeitung auf eine Umfrage des Bundesjustizministeriums (BMJ) unter den Landesjustizverwaltungen zur Regulierungspraxis der Versicherer.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft stellt dazu klar:
Wir begrüßen jede Form von Transparenz in dieser Thematik. Die Umfrage des BMJ sehen wir als Chance, die Diskussion auf der Basis repräsentativer, aussagekräftiger Daten zu objektivieren. Für unsere Stellungnahme für das BMJ erheben wir derzeit aktuelle Zahlen und Fakten zur Regulierungspraxis bei unseren Mitgliedsunternehmen.

Berufsunfähigkeitsversicherung:
Anders als in der Süddeutschen Zeitung behauptet, finden nur in ca. 2% aller Anträge auf Berufsunfähigkeitsleistungen gerichtliche Auseinandersetzungen statt. Das ist im Durchschnitt nur ein Fall pro 50 Leistungsanträge.

Kraftfahrtversicherung:
Der unabhängige Branchendienst map-report (Nr. 820-821) hat kürzlich zum Regulierungsverhalten der Kraftfahrtversicherer mit Blick auf die BaFin-Beschwerdestatistik festgestellt: „Die Beschwerdequote ist so niedrig, dass man sie nicht in Prozent (pro 100) oder Promille (pro 1000) sinnvoll messen kann. (…) Der Branchenwert verbessert sich jährlich“. „2007 lag die Quote noch bei 1,54 Beschwerden pro 100.000 Verträge, (…) sie ist inzwischen auf 1,07 im Jahr 2011 zurückgekommen.“

Sachversicherung wie Wohngebäude- und Hausratversicherung:
Weniger als 5 % der Gebäudeschäden und 2 bis 3 % der Hausratschäden sind nach einem Jahr noch nicht abgeschlossen. Ursache sind in aller Regel noch offene Beweisfragen.

Unfallversicherung:
Hier gelten Fristen, in denen entschieden und gezahlt werden muss. Daran halten sich die Versicherer. Beim Versicherungsombudsmann gab es 2011 für die Unfallversicherung 932 Beschwerden bei 847.000 Schäden, das ist gerade eine Beschwerde je 1.000 Schadenfälle.

Mehr zum Thema: Ansprechpartnerin:
>> Umfrage Justizministerium: Versicherer regulieren Schäden ohne unnötige Zeitverzögerung und im Interesse der Beteiligten
>> Pressegespräch: Verzögern Versicherer Leistungen?
>> ARD-Sendung „Die Nein-Sager”: Versicherer leisten – eine Klarstellung
Kirstin Zeidler
Tel.: 030/ 2020 – 5111
Mail: k.zeidler@gdv.de
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