11.03.2013
Serie Rente vom Chef (Teil 1)

Betriebsrente – Direktzusage oder Pensionszusage

Nur auf die gesetzliche Rente zu bauen wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Neben der privaten ist auch die betriebliche Altersvorsorge eine wichtige Ergänzung der gesetzlichen Rente. Das Prinzip dabei ist: Der Arbeitnehmer überlässt es dem Arbeitgeber, den Beitrag für die Versicherung einzuzahlen. Dabei gibt es fünf Wege, über die die betriebliche Altersvorsorge gestaltet werden kann. Auf gdv.de stellen wir die fünf Durchführungswege in einer Serie vor, erklären die Mechanismen als auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Wege. Teil 1: Die Direktzusage oder Pensionszusage.

Bei der Direktzusage, auch Pensionszusage genannt, verpflichtet sich der Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen bei Eintritt des Versorgungsfalles (Rentenalter, Invalidität oder Tod) unmittelbar die jeweils vereinbarte Leistung zu zahlen, beispielsweise eine Betriebsrente. Der Arbeitgeber bildet dafür Pensionsrückstellungen in der Bilanz, die er steuerlich geltend machen kann. Die Höhe der Rente richtet sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und der Höhe des früheren Einkommens.

Zwar unterliegt die Direktzusage keiner staatlichen Aufsicht oder Anlageregulierung. Im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers sind die Anwartschaften und Ansprüche der Arbeitnehmer aber geschützt. In diesem Fall tritt der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV a. G.) an die Stelle des Arbeitgebers und übernimmt dessen Leistungsverpflichtung. Die Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein hat der Arbeitgeber zu zahlen.

Anwartschaften oder Ansprüche aus Direktzusagen sind bei Insolvenz des Arbeitsgebers durch den Pensions-Sicherungs-Verein geschützt.

 
Der Betrieb wird bei dieser Zusageform durch mögliche vorzeitige Versorgungsfälle mit einem vergleichsweise hohen finanziellen Risiko belastet – vor allem, wenn er nur wenige Mitarbeiter hat. Um diese betriebsfremden Risiken abzusichern und bei Eintritt des Versorgungsfalles das erforderliche Kapital garantiert zur Verfügung zu haben, ist vor allem Arbeitgebern kleinerer und mittlerer Unternehmen dringend der Abschluss einer Rückdeckungsversicherung zu empfehlen.

Eine Vielzahl von Versicherern bietet entsprechende Rückdeckungsversicherungen an. Für Beiträge oder Zuwendungen gibt es grundsätzlich keine Obergrenzen. Auf Grund des relativ hohen Verwaltungsaufwandes eignet sich die Direktzusage in aller Regel nicht für kleinere Betriebe.

 

Direkt- oder Pensionszusage für Arbeitnehmer für Arbeitgeber
 
Vorteile • unbegrenzte „Steuerfreiheit“ der Aufwendungen mangels Lohnzufluss
• Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlungsbeträge bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
• nachgelagerte Besteuerung der Leistungen
• besonders geeignet für die Altersvorsorge von Arbeitnehmern mit höherem Einkommen
• unbeschränkte Leistungshöhe
• Pensionsrückstellungen stellen steuermindernden Aufwand dar
• Pensionsauszahlung ist Betriebsausgabe
• Liquiditätsvorteil, da Mittel im Unternehmen verbleiben
• Erträge sind frei verwendbar
• Senkung von Lohnnebenkosten durch Einsparung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Entgeltumwandlung bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
• Arbeitgeber kann zur Absicherung der Versorgungsrisiken Rückdeckungsversicherung abschließen
Nachteile • keine Fortführung mit eigenen Beiträgen nach Ausscheiden möglich • Entgeltumwandlungsanspruch des Arbeitnehmers mit Riester-Förderung nicht umsetzbar
• schwer kalkulierbar
• Bilanzverlängerung
• keine Beitragszusage mit Mindestleistung möglich
• Verwaltungsaufwand
• PSV-Beitragspflicht

 
Mehr zum Thema:
>> Podcast: Rente vom Chef – Die betriebliche Altersvorsorge
>> GDV-Verbraucherservice: Alle Infos zur betrieblichen Altersvorsorge

Die bAV-Serie im Überblick:
Teil 1: Direktzusage oder Pensionszusage
Teil 2: Direktversicherung
Teil 3: Pensionskasse
Teil 4: Pensionsfonds
Teil 5: Unterstützungskasse

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Hasso Suliak
Tel.: 030 / 20 20 – 5183
h.suliak@gdv.de