15.03.2013
Serie Rente vom Chef (5/5)

Betriebsrente – Die Unterstützungskasse

Nur auf die gesetzliche Rente zu bauen wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Neben der privaten ist auch die betriebliche Altersvorsorge eine wichtige Ergänzung der gesetzlichen Rente. Das Prinzip dabei ist: Der Arbeitnehmer überlässt es dem Arbeitgeber, den Beitrag für die Versicherung einzuzahlen. Dabei gibt es fünf Wege, über die die betriebliche Altersvorsorge gestaltet werden kann. Auf gdv.de stellen wir die fünf Durchführungswege in einer Serie vor, erklären die Mechanismen als auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Wege. Teil 5: Die Unterstützungskasse.

Eine Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung eines Unternehmens oder mehrerer Unternehmen, zumeist in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Die Zahlungen an die Unterstützungskasse werden vom Arbeitgeber geleistet – finanziert entweder direkt von ihm selbst oder durch Entgeltumwandlung, also vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers.

Ähnlich wie bei der Direktzusage gibt es ein Sicherheitsnetz: Die Arbeitnehmer sind bei Insolvenz des Arbeitgebers über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSV a. G.) geschützt. Demzufolge hat der Arbeitgeber auch Beiträge an den PSV a. G. abzuführen.

Auch bei der Unterstützungskasse sind die Versorgungsansprüche sicher – und der Arbeitgeber erhält mit den Beiträgen zur Unterstützungskasse ein zusätzliches Finanzierungsinstrument.

 
Die Unterstützungskasse unterliegt nicht der Versicherungsaufsicht und ist auch in der Anlage ihres Vermögens frei. Die Kasse darf ihr Vermögen beispielsweise beim jeweiligen Trägerunternehmen
anlegen. Im Klartext: Die Unterstützungskasse kann einen Teil des anzusparenden Vermögens im Unternehmen belassen – sozusagen als Darlehen.

Da die Unterstützungskassenzusage für das Unternehmen im Leistungsfall mit erheblichen Risiken verbunden ist, sollte der Arbeitgeber für eine vollständige Vorfinanzierung der späteren Versorgungsleistungen sorgen, und zwar durch den Abschluss einer Rückdeckungsversicherung. Für den Arbeitgeber ist dieses Modell der betrieblichen Altersversorgung auch deshalb attraktiv, weil die Beiträge an die Rückdeckungsversicherung steuerlich als Betriebsausgaben abzugsfähig sind.

Um den Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber gering zu halten, bietet es sich für kleinere Unternehmen an, ihre Versorgung über so genannte Gruppenunterstützungskassen abwickeln zu lassen. Diese übernehmen gegen Gebühr einen Großteil des Verwaltungsaufwands.

 

Unterstützungskasse für Arbeitnehmer für Arbeitgeber
 
Vorteile • unbegrenzte „Steuerfreiheit“ der Aufwendungen mangels Lohnzufluss
• Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlungsbeträge bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
• nachgelagerte Besteuerung der Leistungen
• besonders geeignet für die Altersvorsorge von Arbeitnehmern mit höherem Einkommen
>> Bilanzneutralität beim Trägerunternehmen
• Senkung von Lohnnebenkosten durch Einsparung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Entgeltumwandlung bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
• Unterstützungskasse kann zur Absicherung der Versorgungsrisiken Rückdeckungsversicherung abschließen
Nachteile • keine Fortführung mit eigenen Beiträgen nach Ausscheiden möglich • eingeschränkte Flexibilität bei der Finanzierung
• Entgeltumwandlungsanspruch des Arbeitnehmers mit Riester-Förderung nicht umsetzbar
• keine Beitragszusage mit Mindestleistung möglich
• PSV-Beitragspflicht

 
Mehr zum Thema:
>> Podcast: Rente vom Chef – Die betriebliche Altersvorsorge
>> GDV-Verbraucherservice: Alle Infos zur betrieblichen Altersvorsorge

Die bAV-Serie im Überblick:
Teil 1: Direktzusage oder Pensionszusage
Teil 2: Direktversicherung
Teil 3: Pensionskasse
Teil 4: Pensionsfonds
Teil 5: Unterstützungskasse

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Hasso Suliak
Tel.: 030 / 20 20 – 5183
h.suliak@gdv.de