12.03.2013
Serie Rente vom Chef (Teil 2)

Betriebsrente – Die Direktversicherung

Nur auf die gesetzliche Rente zu bauen wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Neben der privaten ist auch die betriebliche Altersvorsorge eine wichtige Ergänzung der gesetzlichen Rente. Das Prinzip dabei ist: Der Arbeitnehmer überlässt es dem Arbeitgeber, den Beitrag für die Versicherung einzuzahlen. Dabei gibt es fünf Wege, über die die betriebliche Altersvorsorge gestaltet werden kann. Auf gdv.de stellen wir die fünf Durchführungswege in einer Serie vor, erklären die Mechanismen als auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Wege. Teil 2: Die Direktversicherung.

Eine weit verbreitete Form der betrieblichen Altersversorgung ist die Direktversicherung. Bei diesem Durchführungsweg schließt der Arbeitgeber per Einzel- oder Gruppenvertrag eine Lebensversicherung für seine Arbeitnehmer ab. Versicherungsnehmer und Beitragsschuldner ist somit der Arbeitgeber – Begünstigter oder auch Bezugsberechtigter aber ist der Arbeitnehmer. Die Aufwendungen des Arbeitgebers sind, gleich ob von ihm selbst oder vom Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung finanziert, voll abzugsfähige Betriebsausgaben.

Die Direktversicherung ist der Klassiker der betrieblichen Altersversorgung – mit einem geringen Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber und einem hohen Maß an Sicherheit und Rendite für den Arbeitnehmer.

 
Direktversicherungen unterliegen der staatlichen Versicherungsaufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Anlageregulierung nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz. Dabei steht die Sicherheit einer kontinuierlichen Rendite im Vordergrund. Dementsprechend dürfen die Beiträge bei der klassischen Direktversicherung nur bis zu 35 Prozent der Anlagemittel in Aktien investiert werden.

Bei der fondsgebundenen Direktversicherung werden höhere Aktienquoten erreicht. Allerdings ist auch hier der Kapitalerhalt durch vorsichtige Kapitalanlage gesichert. Bei der Direktversicherung ist der Arbeitgeber in aller Regel nicht zur Zahlung von Beiträgen an den Pensions-Sicherungs-Verein verpflichtet.

 

Die Direktversicherung eignet sich vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen, da der Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber gering ist und er kein finanzielles Risiko trägt. Auch für den Arbeitnehmer ist dieser klassische Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung sehr attraktiv. Die Leistungen der Direktversicherung setzen sich zusammen aus einem garantierten Teil, der unabhängig von der Kapitalmarktlage ist, und einem überschussabhängigen Teil – der so genannten Überschussbeteiligung.

Zurzeit errechnen sich bei der klassischen Direktversicherung die garantierten Leistungen mit einem Zinssatz von 1,75 Prozent. Zudem geben die meisten Versicherer über 95 Prozent ihrer darüber hinaus erwirtschafteten Überschüsse an die Versicherten weiter. Bereits zugewiesene Überschüsse bleiben dem Versicherten dabei erhalten, so dass sich negative Entwicklungen am Kapitalmarkt nur auf die zukünftige Überschussbeteiligung auswirken.

Direktversicherung für Arbeitnehmer für Arbeitgeber
 
Vorteile • Steuerfreiheit der Beiträge gemäß § 3 Nr. 63 EStG bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zzgl. 1 800 Euro kann genutzt werden
• Riester-Förderung (§§ 10a, 79 ff. EStG) grundsätzlich möglich
• Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung bei Entgeltumwandlung bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
• Absicherung der Hinterbliebenen möglich
• angelegte Mittel sind sicher
• garantierte Mindestleistung
• lebenslange garantierte Rentenleistungen
• einfache Übertragung bei Arbeitgeberwechsel aufgrund Übertragungsabkommen
• Rechtsanspruch des Arbeitnehmers auf Entgeltumwandlung mit Möglichkeit der Riester-Förderung erfüllbar
• sehr geringer Verwaltungsaufwand
• kein Versorgungsrisiko, da sich die Ansprüche des Arbeitnehmers bzw. seiner Angehörigen unmittelbar gegen das Versicherungsunternehmen richten
• Beitragszusage mit Mindestleistung möglich
• Senkung von Lohnnebenkosten durch Einsparung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Entgeltumwandlung bis zu vier Prozent der BBG
• keine PSV-Beitragspflicht
• Bilanzneutralität

 
Mehr zum Thema:
>> Podcast: Rente vom Chef – Die betriebliche Altersvorsorge
>> GDV-Verbraucherservice: Alle Infos zur betrieblichen Altersvorsorge

Die bAV-Serie im Überblick:
Teil 1: Direktzusage oder Pensionszusage
Teil 2: Direktversicherung
Teil 3: Pensionskasse
Teil 4: Pensionsfonds
Teil 5: Unterstützungskasse

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Hasso Suliak
Tel.: 030 / 20 20 – 5183
h.suliak@gdv.de