14.03.2013
Serie Rente vom Chef (Teil 4)

Betriebsrente – Der Pensionsfonds

Nur auf die gesetzliche Rente zu bauen wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Neben der privaten ist auch die betriebliche Altersvorsorge eine wichtige Ergänzung der gesetzlichen Rente. Das Prinzip dabei ist: Der Arbeitnehmer überlässt es dem Arbeitgeber, den Beitrag für die Versicherung einzuzahlen. Dabei gibt es fünf Wege, über die die betriebliche Altersvorsorge gestaltet werden kann. Auf gdv.de stellen wir die fünf Durchführungswege in einer Serie vor, erklären die Mechanismen als auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Wege. Teil 4: Pensionsfonds.

Der Pensionsfonds als im Jahr 2002 neu eingeführter Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung orientiert sich an angelsächsischen Vorbildern. Er bietet für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein höheres Maß an Flexibilität als die herkömmlichen Modelle betrieblicher Altersversorgung.

Bei einem Pensionsfonds handelt es sich um einen rechtlich selbstständigen Versorgungsträger, der den Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen einräumt.

Pensionsfonds bieten durch fehlende Anlagebeschränkungen gute Renditechancen.

Pensionsfonds unterliegen nicht den strengen Restriktionen der herkömmlichen Lebens- und Rentenversicherungen. Sie dürfen ihr Vermögen in höherem Maße auch am Aktienmarkt anlegen, um dessen Renditechancen besser nutzen zu können. Allerdings ergeben sich daraus auch höhere Risiken, da die Kurse am Aktienmarkt zum Teil stark schwanken.

Bei einer Insolvenz des Arbeitgebers sind die Anwartschaften und Ansprüche der Arbeitnehmer wie bei der Direkt- und Unterstützungskassenzusage über den Pensions-Sicherungs-Verein abgesichert. Der Beitrag des Arbeitgebers zum Pensions-Sicherungs-Verein (PSV a. G.) beträgt dabei lediglich ein Fünftel des normalen Beitrags.

 

Pensionsfonds für Arbeitnehmer für Arbeitgeber
 
Vorteile • gute Renditechancen durch Freiheit in der Mittelanlage
• Steuerfreiheit der Beiträge nach § 3 Nr. 63 EStG bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zzgl. 1 800 Euro
• Riester-Förderung (§§ 10a, 79 ff. EStG) möglich
• Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung bei Entgeltumwandlung bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
• Absicherung der Hinterbliebenen möglich
• lebenslange garantierte Rentenleistungen
• einfache Übertragung bei Arbeitgeberwechsel aufgrund Übertragungsabkommen (bei versicherungsförmiger Durchführung)
>> Rechtsanspruch des Arbeitnehmers auf Entgeltumwandlung mit Möglichkeit der Riester-Förderung erfüllbar
• Bilanzneutralität
• Beitragszusage mit Mindestleistung möglich
• Senkung von Lohnnebenkosten durch Einsparung von Sozialversicherungsbeiträgen bei Entgeltumwandlung bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
• Umwandlung von Direktzusage oder Unterstützungskassenzusage in Pensionsfondszusage ist steuerneutral möglich
Nachteile >> guten Renditechancen steht in der Regel ein höheres Ertragsrisiko gegenüber >> PSV-Beitragspflicht (20 Prozent des Regelbeitrags)

Mehr zum Thema:
>> Podcast: Rente vom Chef – Die betriebliche Altersvorsorge
>> GDV-Verbraucherservice: Alle Infos zur betrieblichen Altersvorsorge

Die bAV-Serie im Überblick:
Teil 1: Direktzusage oder Pensionszusage
Teil 2: Direktversicherung
Teil 3: Pensionskasse
Teil 4: Pensionsfonds
Teil 5: Unterstützungskasse

Ansprechpartner für Presseanfragen:
Hasso Suliak
Tel.: 030 / 20 20 – 5183
h.suliak@gdv.de