14.02.2013
Finanztransaktions- Steuer

Weniger Rendite für Vorsorge-Sparer

„Die geplante Finanztransaktionssteuer verringert die Rendite der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge”, sagt Jörg von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Aus diesem Grund macht sich der GDV weiterhin dafür stark, dass die betriebliche und private Altersvorsorge der Menschen von der Finanztransaktionssteuer verschont bleibt.

Steuer führt Riester-Förderung ad absurdum
Die geplante Steuer sieht eine Besteuerung von Kapitalanlagen vor, die der Altersvorsorge dienen. Dadurch kommt es zu dem paradoxen Ergebnis, dass der Staat einerseits die private und betriebliche Altersvorsorge fördert – beispielsweise durch die Zulagenförderung oder Steuervorteile wie bei der Riesterrente -, andererseits den Menschen das Geld aber über die Finanztransaktionssteuer wieder wegnimmt.

Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV):

„Die geplante Finanztransaktionssteuer verringert die Rendite der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge.”

 
Die Finanztransaktionssteuer mindert Attraktivität der betrieblichen Altersvorsorge
Die Finanztransaktionssteuer mindert aber auch die Attraktivität der betrieblichen Altersvorsorge. Die Kosten für Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Pensionskassen und anderer Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung steigen aufgrund der zusätzlichen Steuerbelastung. Im Ergebnis verringern sich dadurch die Erträge. Denn bei jedem Erwerb und jeder Umschichtung der Anlagemittel fällt die Finanztransaktionssteuer an und verringert damit die betrieblichen Pensionen für die Arbeitnehmer.

Bei leistungsbezogenen Altersvorsorgezusagen hätte der Arbeitgeber entsprechende Finanzierungslücken auszugleichen. In der Folgezeit müsste häufig bei Neuzusagen deren Höhe reduziert werden.

Die Versicherungsunternehmen investieren die Beiträge ihrer Kunden in Kapitalanlagen wie festverzinsliche Wertpapiere oder Investmentfonds. Dadurch erwerben die Versicherer – für ihre Kunden – Anteile an Finanzprodukten.
 
Diese Anteile sollen nach jetziger Planung über die Finanztransaktionssteuer zusätzlich besteuert werden. Das mindert die Rendite der Kapitalanlagen und somit der betrieblichen und privaten Altersvorsorge der Menschen.

 

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