05.12.2012
Naturgefahrenreport 2012

Versicherte Naturgefahren in Deutschland im Überblick

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat heute in Berlin seinen Naturgefahrenreport 2012 veröffentlicht. Darin wird zum ersten Mal systematisch die Entwicklung der Sturm-, Hagel- und weiterer Elementarschäden, wie Hochwasser, Starkregen und Erdbeben, statistisch dargestellt.

Die Auswertungen reichen zum Teil bis in das Jahr 1970 zurück. Ändern sich Anzahl und Intensität der Schäden hat dies auch unmittelbare Auswirkungen für die Versicherungsbranche. „Kernkompetenz der Versicherungswirtschaft ist das systematische Erfassen und Bewerten von Schäden. Nur so lassen sich frühzeitig Änderungssignale bei den Naturgefahren erkennen“, erklärt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV.

Die wichtigsten Ergebnisse des Naturgefahrenreports
Sturm- und Hagelereignisse – rund 1,3 Millionen Schäden im Jahr
Im Schnitt regulieren die deutschen Versicherer jedes Jahr 1,3 Millionen Sturm- und Hagelschäden in privaten Haushalten. Die Entschädigungssumme liegt bei 1,1 Milliarden Euro im Jahr. Hinzu kommen noch weitere Elementarschäden mit einem Schadenaufwand von rund 250 Millionen Euro pro Jahr.
 
Die Häufigkeit und das Ausmaß der Schäden durch Naturgefahren werden jedoch meist unterschätzt. „Mit dem Report wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, ein erhöhtes Risikobewusstsein in der Öffentlichkeit, der Politik und Wissenschaft zu schaffen“, so von Fürstenwerth.
Hagelschäden in der Landwirtschaft – Wetterextreme nehmen zu
Die Hagelversicherer schützen fast 8 Millionen Hektar Anbaufläche vor dem finanziellen Risiko eines Ertragsausfalls durch Hagelschäden. Im Schnitt erhalten die Landwirte 110 Millionen Euro Entschädigung pro Jahr. In den letzten Jahren stieg der Schadenbedarf jedoch immer weiter an. Wetterextreme nehmen zu.
 
Die Landwirte müssen perspektivisch vor allem mit Schäden durch Starkniederschlag und Trockenheit rechnen. Aber auch solche Schäden sind versicherbar. „Die jüngste Entscheidung des Gesetzgebers, alle landwirtschaftlichen Versicherungen für Naturgefahren steuerlich gleich zu behandeln, eröffnet die Möglichkeit für neue Mehrgefahrenkonzepte. Damit findet Deutschland Anschluss an die Versicherungslösungen unserer europäischen Nachbarn“, sagt von Fürstenwerth.
Blitz- und Überspannungsschäden – große regionale Unterschiede
Bei Blitz- und Überspannungsschäden gibt es große regionale Unterschiede: Betroffen sind vor allem der Bayerische Wald, das Erzgebirge und Gebiete nahe der niederländischen Grenze. Überspannungsschäden durch Blitz treten häufiger in ländlichen Regionen als in Städten mit sehr verzweigten Leitungsnetzen auf. In Spitzenmonaten werden den Hausratversicherern über 100.000 Schäden gemeldet.
Elementarereignisse – 99 Prozent der Gebäude sind versicherbar
Seit Beginn des Jahres 2000 erfasst die Versicherungswirtschaft systematisch Schadendaten zu Elementarereignissen, wie Hochwasser, Starkregen, Schneedruck und Erdbeben. Solche Naturgefahren können überall in Deutschland Schäden anrichten.
 
Rund 15,3 Millionen Wohngebäude sind gegen Sturm- und Hagelschäden versichert. Über 10 Millionen Hausbesitzer gehen jedoch bei Schäden durch Elementarereignisse, wie etwa Starkregen oder Schneedruck, leer aus. „Ihnen fehlt die notwendige Elementarschadendeckung, obwohl nahezu 99 Prozent der Gebäude problemlos versicherbar sind“, so von Fürstenwerth.

 

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Sturm
Risikozonen für
Sturm und Hagel

Sturm
Sturm- und Hagelschäden in der Wohngebäudeversicherung
1976-2011

Sturm
Wohngebäudeschäden durch Xynthia 2010

Hochwasser
Hochwasser in NRW, Niedersachsen, Bayern 2010

Hochwasser
Hochwasser an Elbe, Neiße, Spree 2010

Elementarschäden
Schadenaufwand für Elementarereignisse in der Wohngebäudeversicherung
2002-2011

Blitz
Risikozonen für Blitz- und Überspannungsschäden

Blitz
Feuer- und Blitzschäden in der Hausratversicherung 2002-2011

 

Naturgefahrenreport 2012 Naturgefahrenreport 2012
Naturgefahren und versicherte Schäden in Deutschland – eine statistische Übersicht von 1970 bis 2011

 
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Ansprechpartner für Presseanfragen:

Stephan Schweda
Tel.: 030 / 20 20 – 5114
s.schweda@gdv.de

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Pressemitteilung

Versicherte Naturgefahren in Deutschland im statistischen Überblick

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