05.09.2012
ARD-Sendung "Die Nein-Sager"

Versicherer leisten – eine Klarstellung

Die Vorwürfe sind massiv, sie zielen auf die gesamte Versicherungsbranche: „Perfide Tricks“ werfen die Reporter in der ARD-Sendung „Die Nein-Sager“ vom 4. September den Versicherungen vor. Sie würden „verzögern und verschleiern“ und strategisch Ansprüche von Versicherten ablehnen. Der GDV stellt klar: Es gibt keine Strategie der Versicherer, bei berechtigten Schadenansprüchen Leistungen zu verhindern oder auf die lange Bank zu schieben – im Gegenteil.

Auch Versicherer haben ein Interesse an zügiger Regulierung und spielen nicht auf Zeit. Die Versicherer sind durch das Versicherungsvertragsgesetz nicht zuletzt verpflichtet, Schäden möglichst rasch zu regulieren.

Im Jahr 2011 haben die deutschen Lebensversicherer pro Tag 231 Millionen Euro an ihre Kunden ausgezahlt. Im gesamten Jahr waren es insgesamt 85 Milliarden Euro. Die Schaden- und Unfallversicherer leisteten für ihre Kunden im selben Jahr 43,8 Milliarden Euro, das sind jeden Tag 120 Millionen Euro.

GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen Rolf-Peter Hoenen
Präsident des GDV
Rolf-Peter Hoenen in der Financial Times Deutschland vom 24.09.2012 über Negativ-Berichte in den Medien und die zügige Schadenregulierung der Versicherer.
Zum FTD-Artikel

Sorgfältige Prüfung von Schadenfällen ist im Interesse aller Versicherten
Versicherungen sind gegenüber der Versichertengemeinschaft verpflichtet, dass es nicht zu unberechtigten Leistungsauszahlungen kommt – egal um welche Versicherung es sich handelt. Denn jede Leistung trägt das Versichertenkollektiv. Aus diesem Grund muss jeder Versicherer genau prüfen, ob ein Anspruch berechtigt ist. Dies geschieht nicht willkürlich, sondern auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen und des vereinbarten Versicherungsvertrages. Liegt ein Leistungsfall vor, erhält der Versicherte wie im Vertrag vereinbart die Leistung.

Was tun bei Konflikten?
Zu den in der ARD-Reportage dargestellten Einzelfällen können sich nur die beteiligten Versicherungsunternehmen äußern. Grundsätzlich gilt: Bei Meinungsverschiedenheiten mit ihrem Versicherer haben Kunden immer die Möglichkeit, sich auch an den Versicherungsombudsmann zu wenden (Einschätzung des Ombudsmanns zur ARD-Sendung). Auf diese Möglichkeit weisen die Versicherer ihre Kunden ausdrücklich hin.

Der Versicherungsombudsmann ist als neutrale Schlichtungsstelle allgemein anerkannt, auch bei Verbraucherschützern. Er ist unabhängig und hilft bei Konflikten schnell und unbürokratisch. Für die Versicherungskunden ist die Inanspruchnahme des Ombudsmanns kostenfrei.

Im Jahr 2011 sind beim Ombudsmann 17.733 Beschwerden eingegangen – bei insgesamt über 457 Millionen Versicherungsverträgen. Demnach beschwerte sich jeder 25.000ste Kunde beim Ombudsmann.

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