16.04.2012
Unfallforschung der Versicherer

Kennzeichenpflicht für Radfahrer hat keinen Nutzen

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hält nichts von einer Erhöhung der Bußgelder für Regelverstöße von Radfahrern und einer Kennzeichenpflicht. Die UDV widerspricht damit entsprechenden Forderungen der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Höhere Strafen nützen gar nichts, wenn die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, gegen Null geht“, so der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann.

Auch eine Kennzeichenpflicht könne die Lage nicht verbessern. Denn im Gegensatz zu einigen anderen Ländern haftet in Deutschland der Fahrer eines Fahrzeugs und nicht der Halter. Bei Fehlverhalten oder Verstößen muss also nachgewiesen werden, wer gefahren ist. Dazu bräuchte es überall im öffentlichen Raum Kameras. Der bürokratische Aufwand und die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Ergebnis.

Brockmann verwies stattdessen auf die Empfehlungen des Radsymposiums von UDV und Deutschem Verkehrssicherheitsrat (DVR) vom März dieses Jahres, in denen die Polizeien aufgefordert wurden, eigene Staffeln Rad fahrender Polizisten einzuführen und damit dem positiven Beispiel Münsters zu folgen. Brockmann forderte, dass Schwerpunktkontrollen sich nicht – wie oft üblich – auf die Kontrolle der vorschriftsmäßigen Ausrüstung der Räder konzentrieren sollten, sondern auf die wesentlichen Regelverstöße: Rotlichtverstöße und Fahren in der falschen Fahrtrichtung, der Unfallursache Nummer eins von Radfahrern. Einig ist sich die UDV mit der GdP bei der Forderung nach Senkung der Alkoholgrenzwerte für Radfahrer.

Brockmann appellierte allerdings auch an alle Radfahrer, die Straßenverkehrsordnung zu beachten. Unter Radfahrern herrsche die weit verbreitete Meinung diese sei für den Autoverkehr gemacht. Das Gegenteil ist der Fall: Sie gilt vor allem dem Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer.

Ansprechpartner:
Klaus Brandenstein
Tel.: 030 / 20 20 – 58 83
k.brandenstein@gdv.de

————————————————————————————————————————
Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) (www.udv.de) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) (www.gdv.de) forscht und berät seit über 50 Jahren im Dienste der Verbesserung der Sicherheit und der Unfallvermeidung auf Deutschlands Straßen. Sie ist gleichzeitig einer der größten Auftraggeber für universitäre und außeruni¬versitäre Verkehrssicherheitsforschung. Die drei Fachbereiche „Verkehrsinfrastruktur“, „Fahrzeugsicherheit“ sowie „Verkehrsverhalten und –psychologie“ arbeiten interdisziplinär zusammen. Die UDV pflegt den Austausch mit anderen in der Verkehrssicherheitsarbeit tätigen Institutionen. Die deutschen Versicherer bekennen sich damit ausdrücklich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für die Verkehrssicherheit.

Downloads

pdf bild
Pressemeldung

Kennzeichenpflicht für Radfahrer hat keinen Nutzen

Unfallforschung der Versicherer

Schlagworte