09.03.2012
Unwetter und Niederschläge nehmen zu

90 Prozent der Niedersachsen ohne ausreichenden Versicherungsschutz

  • Gemeinsame Informationskampagne von Politik und Versicherungswirtschaft gestartet
  • Klimawandel ist längst in Niedersachsen angekommen

90 Prozent der Hausbesitzer in Niedersachsen bekommen keine finanzielle Entschädigung, wenn deren Häuser und Wohnungen durch Starkregen oder Hochwasser überfluten. Dabei sind nahezu alle Gebäude und Wohnungen problemlos versicherbar. Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute bei der Auftaktveranstaltung zur Informationskampagne „Niedersachsen verlassen sich nicht auf Vater Staat“ in Hannover hin. Die Niedersachsen sind damit deutlich schlechter versichert als der Bundesdurchschnitt. In Deutschland sind rund 70 Prozent aller Haushalte nicht ausreichend gegen die finanziellen Folgen von Naturgefahren versichert.

Die meisten Eigentümer besitzen zwar eine Wohngebäudeversicherung, aber nur 10 Prozent der Niedersachsen haben sich für einen Versicherungsschutz vor Naturgefahren entschieden. Um sich vor extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser zu schützen, brauchen Hausbesitzer und Mieter eine Elementarschadenversicherung. Besonders alarmierend sind die extremen Niederschläge. „In den letzten Jahren überfluteten immer häufiger Regionen, die bislang davor verschont blieben“, so Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim GDV. Das zeigten nicht zuletzt die Starkregenereignisse in Osnabrück im Sommer 2010. Starke Niederschläge überschwemmten in Osnabrück und im Umland innerhalb kürzester Zeit Häuser und Autos; erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wurde der Katastrophenalarm ausgelöst.

Stürmische Aussichten für Niedersachsen
Klimaforscher prognostizieren für Niedersachsen auch in Zukunft vermehrte Unwetter und intensive Niederschläge. „Der Klimawandel ist kein abstraktes Phänomen, das weit weg von uns passiert. Die Folgen erleben wir inzwischen direkt vor unserer Haustür“, so Gause. Umso wichtiger ist es, die Menschen gezielt in den Regionen aufzuklären und zu informieren. „Wenn wir wissen, dass Naturgefahren zunehmen, müssen wir handeln – und zwar heute.“ Genau an dieser Stelle setzt die Informationskampagne an. Dabei geht es nicht nur um die Themen Versicherungsschutz und Vorsorge, sondern auch um Maßnahmen zur Schadenverhütung. „Jeder von uns kann hier etwas beitragen, damit wir die Folgen des Klimawandels in den Griff bekommen.“

Über die Informationskampagne in Niedersachsen
Die Informationskampagne „Niedersachsen verlassen sich nicht auf Vater Staat“ soll das Bewusstsein der Menschen für die möglichen Folgen von klimawandelbedingten Naturereignissen und die daraus resultierenden Schäden sensibilisieren. Die Kampagne ist Teil der Niedersächsischen Klimafolgenanpassungsstrategie und wird von der Landesregierung, den kommunalen Spitzenverbänden und der deutschen Versicherungswirtschaft getragen.

Eine Übersicht der Informationskampagnen weiterer Bundesländer finden sie hier.

Was ist eine Elementarschadenversicherung?
Die Elementarschadenversicherung schützt vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen, wie Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüchen. Sie wird als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten. Immer mehr Versicherer gehen hier einen Schritt weiter: Sie bieten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung inklusive der Elementarschadenversicherung an. Kunde und Versicherer können sich natürlich auch gegen den Elementarbaustein entscheiden.

Fragen zum Versicherungsschutz?
Wichtige Hinweise zum Thema „Schutz vor Überschwemmung und Hochwasser“ bietet der Flyer „Land unter – Schutz vor Überschwemmung und Hochwasser“ (zum Downloaden und Bestellen).

Ansprechpartner:
Christian Lübke
Tel.: 030 / 20 20 – 5116
c.luebke@gdv.de

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Elementarschäden - Start der Informationskampagne

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