07.12.2011
Unisex-Tarife

Studie zeigt negative Auswirkungen!

Das unabhängige Beratungsunternehmen Oxera hat in einer Studie („The impact of a ban on the use of gender in insurance“) die wirtschaftlichen Auswirkungen von obligatorischen Unisex-Tarifen auf die Versicherungskunden untersucht.

Die Studie zeigt, dass das Verbot von Geschlechtsdifferenzierung eine Reihe von unbeabsichtigten, negativen Konsequenzen für Verbraucher, Versicherungsmärkte und die gesamte Gesellschaft hat,“ sagte Michaela Koller, Generaldirektorin des CEA.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

  • Je nach Versicherungsprodukt, werden sich demnach die Prämien mal für Frauen, mal für Männer erhöhen.
  • Ursache hierfür sind zwei Effekte:
      • Umverteilung: Die unterschiedlichen Prämien für Männer und Frauen müssen zu einer einheitlichen Prämie verbunden werden. Dabei werden die Prämien von dem Geschlecht mit dem höheren Risiko zum Geschlecht mit dem niedrigeren Risiko umverteilt.
      • Sicherheitszuschläge: Die Unternehmen wissen nicht, welchen Anteil die Geschlechter in ihrem Neugeschäft haben werden. Diese Unsicherheit erhöht das Risiko. Die Versicherer müssen dies in der Kalkulation berücksichtigen, damit sie Ihre Verpflichtungen gegenüber den Kunden erfüllen können. Deshalb müssen zusätzliche Sicherheiten einkalkuliert werden.
  • Oxera prognostiziert nach Auswertung von Daten aus verschiedenen europäischen Ländern folgende Auswirkungen allein aufgrund des Umverteilungseffektes:
      • in der privaten Rentenversicherung für Männereine im Schnitt 5 % niedrigere Leistung.
      • in der Risikolebensversicherung für Frauen Prämienerhöhungen um mindestens 30 %.
      • in der Kfz-Versicherung für junge Frauen Prämienerhöhungen um mindestens 11 %.
  • Erfahrungen aus anderen Ländern (Niederlande, Belgien) zeigen zudem, dass Unisex-Tarife zu einem höheren durchschnittlichen Prämienniveau für beide Geschlechter führen. Grund hierfür sind im Wesentlichen erforderliche Sicherheitszuschläge.
  • Diese Veränderungen der Prämienhöhe werden das Verhalten der Verbraucher voraussichtlich verändern. Es könnte dazu führen, dass Verbraucher auf ausreichende Vorsorge verzichten, wenn sich die Produkte verteuern.
Study shows significant impact from gender ban for insurance consumers (Oxera)

Oxera-Study

The impact of a ban on the use of gender in insurance on consumers

Oxera Presentation

Auswirkungen von Unisex-Tarifen auf Prämien

Oxera Grafiken

1. Was Sie über die neuen Unisex-Tarife wissen sollten
Zwischen Mann und Frau soll es keine Unterschiede mehr geben, zumindest nicht bei Versicherungstarifen. Das hat der Europäische Gerichtshof Anfang 2011 entschieden. Demnach dürfen Versicherer zukünftig keine Tarife mehr anbieten, die nach dem Geschlecht differenzieren. Worauf sich Verbraucher einstellen müssen und was das Urteil für die Versicherer bedeutet – GDV.DE beantwortet die wichtigsten Fragen. Weiter…

 
Anlass der Studie
Der Europäische Gerichtshof hat am 1.März 2011 entschieden, dass die Rechtsgrundlage, nach der Versicherer bislang in Europa nach Geschlecht differenzierte Tarife anbieten durften (Art. 5 Abs.2 der Gender-Richtlinie 2004/113 EG) „mit Wirkung vom 21.Dezember 2012 ungültig ist“. Nach dieser Regelung durften die Mitgliedsstaaten bisher geschlechtsdifferenzierte Versicherungsangebote dann zulassen, wenn das Geschlecht nachweislich ein bestimmender Risikofaktor ist und dies durch relevante und genaue versicherungsmathematische und statistische Daten untermauert werden kann.

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CEA-Pressemeldung

Study shows significant impact from gender ban for insurance consumers

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