07.11.2011
Traurige Unfallbilanz

Pro Tag 666 Verkehrsunfälle mit Rehen und Wildschweinen

Die Ausgaben der Kfz-Versicherer für Wildschäden erreichten 2010 ein Rekordniveau. Insgesamt zahlten die deutschen Versicherer 520 Millionen Euro für Zusammenstöße zwischen Pkws mit Rehen und Wildschweinen. Damit überschritten die Ausgaben erstmals die halbe Milliarden-Euro-Grenze. Auch die Anzahl der bearbeiteten Wildunfälle kletterte nach oben. Im vergangenen Jahr bearbeiteten die deutschen Kfz-Versicherer 243.000 Wildschäden, das sind 666 entsprechende Verkehrsunfälle am Tag. Das geht aus einer aktuellen Statistik der Kfz-Kaskoversicherer hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute in Berlin vorstellte.

Wildunfälle in Zahlen: Anzahl der Pkw-Wildunfälle und Leistungen der Teil- und Vollkaskoversicherer    

Jahr

Anzahl der Wildunfälle

Veränderung gegenüber dem Vorjahr

Versicherungsleistungen in Euro

2006

203.000

       -     4 %

400 Millionen

2007

225.000

      +   11 %

460 Millionen

2008

241.000

      +     7 %

500 Millionen

2009

232.000

       -     4 %

490 Millionen

2010

243.000

      +     5 %

520 Millionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemessen an allen bearbeiteten Kfz-Teilkaskoschäden rangieren die Wildunfälle allerdings nur auf dem zweiten Platz. Mit weiterhin großem Abstand liegen die Glasschäden auf dem Spitzenrang, sowohl bei der Anzahl der bearbeiteten Fälle als auch bei den Leistungen. Auf Platz drei landeten 2010 Schäden durch Marderbisse.

Bearbeitete Pkw-Schadenfälle der Teil- und Vollkaskoversicherernach Art des Teilkaskoschadens (2010) 
Rang

Art des Kaskoschadens

Anzahl

der Fälle

Versicherungsleistungen in Euro

1.

Glasbruch

2.652.000       1.170 Millionen
2.

Wildschäden

    243.000          520 Millionen
3.

Marderbisse

    228.000            60 Millionen
4.

Sturm, Hagel, Blitz

    159.000          280 Millionen
5.

Teilentwendungen (u.a. Radio, Navi,…)

    152.000          160 Millionen


Verkehrstipp: Keine riskanten Ausweichmanöver

„In Deutschland warnen rund 30.000 Verkehrsschilder vor Wildwechsel“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim GDV. „Doch die wenigsten Autofahrer passen ihr Fahrverhalten der Gefahrenstelle an.“ Insbesondere am Rand von Wiesen, Feldern und Wäldern sollte man die Geschwindigkeit drosseln und besonders aufmerksam fahren. Wild ist unberechenbar, insofern gibt es keine goldene Regel. „In jedem Fall tun Autofahrer gut daran, in diesen Gegenden vorausschauend zu fahren und bremsbereit zu bleiben“, so Gause. Riskante Ausweichmanöver sollte man unbedingt vermeiden. „Der Zusammenprall mit einem anderen Auto oder einem Baum ist in der Regel verheerender als die Kollision mit einem Tier.“

Was leistet die Teilkasko-Versicherung?
Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Haarwild – wie Rehe und Wildschweine – verursacht werden, zahlt die Teilkaskoversicherung. Einige Versicherer haben ihren Schutz sogar auf alle Wirbeltiere erweitert. „Für eine schnelle Schadenbearbeitung ist es immer hilfreich, Fotos von Unfallort, Tier und Fahrzeug zu machen“, erklärt Gause. Das verunglückte Wild sollte man wegen möglicher Tollwutgefahr nicht anfassen. Das überlässt man dem Förster oder Jagdpächter.


5 Tipps zu Versicherungsfragen nach einem Wildunfall

  1. Sichern Sie die Unfallstelle ab: Schalten Sie das Warnblinklicht ein und stellen Sie ein Warndreieck auf.
  2. Benachrichtigen Sie die Polizei.
  3. Lassen Sie sich am Unfallort eine Wildbescheinigung vom zuständigen Förster oder Jagdpächter ausstellen.
  4. Machen Sie Fotos vom Unfall. Damit können Sie die Schadenregulierung unter Umständen beschleunigen.
  5. Rufen Sie Ihren Versicherer an, bevor Sie Reparaturen an Ihrem Pkw beauftragen.

Ansprechpartner
Christian Lübke
Tel.: 030 / 20 20 – 51 16
E-Mail: c.luebke@gdv.de

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