29.04.2011
Kapitalanlagen

Anlagegrundsätze und Anlageziele für die deutsche Versicherungswirtschaft

Versicherungen gehören zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland (Kapitalanlagebestand etwa 1250 Milliarden Euro). Sie sind in der Regel langfristig orientierte Investoren. Damit sie beständig in der Lage sind, ihre Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu erfüllen, machen Bundesregierung und Aufsichtsbehörde den Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der Kapitalanlagepolitik eine Reihe qualitativer und quantitativer Vorgaben.

Die Kapitalanlagetätigkeit der Assekuranz wird bestimmt durch die fünf allgemeinen Anlagegrundsätze (Sicherheit, Rentabilität, Liquidität sowie Mischung und Streuung), qualifizierten Anlageformen sowie quantitativen Anlagebegrenzungen. So schreibt die Anlageverordnung ausdrücklich vor, dass die Einhaltung der allgemeinen und besonderen Anlagegrundsätze durch ein qualifiziertes Anlagemanagement, geeignete interne Kapitalanlagegrundsätze und Kontrollverfahren sowie eine strategische und taktische Anlagepolitik sicherzustellen ist. Versicherungsunternehmen setzen bereits seit langem zur Steuerung ihrer Kapitalanlagen Risikomanagementsysteme ein und passen ihre Portfoliostruktur der unternehmensindividuellen Risikotragfähigkeit an. Die genannten Vorgaben haben sich in der Finanzmarktkrise bewährt.

Versicherungsunternehmen verfolgen im Rahmen ihres professionellen Asset Managements insbesondere folgende Ziele:

  • Fristgerechte Bereitstellung von Kapital, damit die gegenüber den Versicherungsnehmern bestehenden Verpflichtungen jederzeit erfüllt werden können.
  • Erzielung einer möglichst hohen Rendite bei größtmöglicher Sicherheit.
  • Langfristig orientierte Anlagepolitik unter Einsatz eines konsequenten Asset-Liability-Managements (Risikomodell zur Steuerung von Anlagen und Verbindlichkeiten in den Bilanzen).

Weitere Informationen:

>> Verordnung über die Anlage des gebundenen Vermögens von Versicherungsunternehmen (AnlV)
>> BaFin Rundschreiben 4/2011 Hinweise zur Anlage des gebundenen Vermögens von Versicherungsunternehmen