29.03.2010
Gesellschaftstudie

Wann ist ein Mann ein Mann?

Früher war die Rollenverteilung klar: Der Mann beschützt und versorgt die Familie, die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder. Doch mit der Gleichberechtigung der Frauen ist unklar geworden, wie der “neue” Mann in der modernen Gesellschaft sein soll.

Frauen werden immer männlicher und Männer immer verweichlichter oder weiblicher.“ Das dachte sich Herbert Grönemeyer Mitte der 1980er-Jahre, als er das Lied Männer schrieb, wie er sich 2008 in einem Interview auf seinem Best-of-Album Was muss muss erinnert. Damit nahm er auf eine Diskussion Bezug, die damals voll entbrannt war: Welche Rolle spielen Männer in der modernen Gesellschaft? Oder, wie es Herbert Grönemeyer in dem Lied fragt: „Wann ist ein Mann ein Mann?“

Denn durch die Gleichberechtigung der Frau war das traditionelle Männerbild ins Wanken geraten. Über Jahrtausende war die Rolle des Mannes davor ganz klar definiert: Als Vertreter des starken Geschlechts kümmerte er sich um das Auskommen und den Schutz seiner Familie – ob als Jäger und Sammler in der Zeit der Höhlenmenschen oder als hart in seinem Beruf arbeitendes Familienoberhaupt Mitte des 20. Jahrhunderts. Dabei versuchte er stets, den anderen Männern, aber auch gegenüber den Frauen die eigene Männlichkeit zu zeigen. Eigenschaften wie Mut, Risikobereitschaft oder Tapferkeit zeichneten ihn aus. Mit typisch weiblichen Charakterzügen wie Zärtlichkeit, Wärme oder Sensibilität sollte sich hingegen die Frau zu Hause um den Haushalt und die Erziehung der Kinder kümmern.

GDV Position:

Rund ein Viertel aller Haushalte hat eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit sorgen noch immer viel zu wenige – Mann oder Frau – für den Fall vor, dass sie etwa wegen Krankheit den Beruf nicht mehr ausüben können und über kein Arbeitseinkommen mehr verfügen.

Doch dieses Männerbild war spätestens in den 1980er-Jahren nicht mehr zu halten. Gleichzeitig blieb völlig unklar, welche Rolle der Mann spielen sollte. Die Unsicherheit darüber drückt sich auch in Grönemeyers Text aus. Denn einerseits seien Männer immer noch „furchtbar stark“, „müssten durch jede Wand“ und „können alles“. Männer verkörpern also immer noch typisch männliche Eigenschaften. Andererseits sind sie weit vielschichtiger, da sie „so verletzlich“ seien, „viel Zärtlichkeit“ bräuchten und „nen Herzinfarkt“ kriegten. Männer haben also auch eine weiche Seite und zeigen Eigenschaften, die man lange für typisch weibliche Charakterzüge hielt.

Über 25 Jahre sind seit der Veröffentlichung von Männer vergangen, aber die Unklarheit über die Rolle des Mannes in der modernen Gesellschaft besteht weiter: Soll er sich wieder auf seine traditionelle Führungsrolle besinnen oder zugunsten seiner gleichberechtigten Partnerin auf seine Männlichkeit verzichten? Gerade die Männer selbst sind unsicher.

„In der Boxersprache würde man sagen: Die Männer sind leicht angeschlagen“, sagt Klaus Hurrelmann, Professor für Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin. „Sie torkeln, weil sie merken, dass um sie herum Veränderungen und Verschiebungen geschehen, die sie in ihrem Selbstverständnis und ihrem Selbstbildnis als Mann betreffen. Aber sie wissen nicht, wie sie reagieren sollen.“ Die Männer hätten das Gefühl, dass sie die Kontrolle verlieren.

Entscheidend dafür sind die Veränderungen in der Berufswelt. Denn das ist das Feld, das Männer traditionell für sich beanspruchen und in dem sie sich einen Großteil ihrer Selbstbestätigung holen: Der Job war und ist immer noch die beste Möglichkeit, ihre männlichen Eigenschaften wie Einsatzwillen und Leistungsbereitschaft zu zeigen und sich miteinander zu messen. Doch mittlerweile dringen immer mehr Frauen in die einstige Männerdomäne ein und übernehmen Berufe, die früher als typisch männlich galten.

Beispielsweise gibt es inzwischen viele Polizistinnen oder Soldatinnen. „Das ist eine Konkurrenz und eine Herausforderung für die Männer“, sagt Professor Martin Dinges, stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart. Einige Berufsbereiche sind sogar fast ganz auf Frauen übergegangen: „Noch 1950 war Lehrer auch an einer Grundschule ein absoluter Männerberuf. Das hat sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weiter verschoben, sodass die Frauen sich diesen Beruf erobert haben“, sagt Professor Hurrelmann. „Heute denkt man sich: Lehrer ist doch ein typischer Frauenberuf.“ Ähnliches bahnt sich bei den Ärzten an. „Heute sind im Fach Medizin sechzig bis siebzig Prozent der Studienanfänger Frauen. Arzt wird zu einem Berufsfeld, das immer stärker von Frauen geprägt wird“, erklärt Dinges. Hinzu kommt, dass sich die Berufsvoraussetzungen ändern. Es würden immer mehr Arbeitsplätze abgebaut, die überwiegend männlich dominiert waren, weil sie auf Körperkraft, Bewegung und Aktivität setzten, ergänzt Hurrelmann. Das betrifft beispielsweise sehr stark den Bergbau und die Stahlindustrie. „Gleichzeitig werden immer mehr Jobs geschaffen, bei denen Kommunikationsfähigkeit und eine soziale Einfühlungskomponente wichtig sind“, sagt er. „Das kommt den Frauen entgegen und ist ein Geheimnis ihres Erfolges.“

Dass Frauen in der Berufswelt immer erfolgreicher werden, hängt auch mit ihren gestiegenen Bildungschancen zusammen. „Ihre Motivationslage hat sich geändert. Sie sehen ihre Chancen, investieren in die eigene Bildung und machen sich die Spielregeln der Leistungsgesellschaft zunutze“, erklärt Professor Hurrelmann. Als Frauen früher auf die Rolle der Hausfrau reduziert waren, litt darunter ihr Antrieb, nach schulischem Erfolg zu streben. Doch jetzt wollen immer mehr junge Frauen gute Schulabschlüsse machen, um sich beruflich selbst verwirklichen zu können. Wie die Leistungstests bei Grundschülern (IGLU) und Gymnasiasten (PISA) zeigen, gelingt ihnen das mittlerweile besser als ihren männlichen Mitschülern. Mädchen haben Jungen nicht nur im sprachlichen Bereich, sondern auch in den Naturwissenschaften überholt.

Dabei galten Mathematik, Physik oder Chemie lange als Fächer, die Jungs dominierten und um die Mädchen einen großen Bogen machten. Zugutekommt den Mädchen dabei, dass sie sich besser an die Schulanforderungen anpassen. „Sie können besser ruhig sitzen, fleißig sein und schöner schreiben“, sagt Professor Dinges. Jungs dagegen sind eher unruhig und unkonzentriert. Das hängt mit ihrem großen Bewegungsdrang zusammen. Dass sie jetzt in den Leistungen von den Mädchen überflügelt werden, macht ihre Situation nicht besser. Im Gegenteil. Denn statt sich dadurch motiviert zu fühlen, die Mädchen einzuholen, tendierten die Jungs eher dazu, sich beleidigt zu fühlen und das schulische Engagement ganz einzustellen, sagt Professor Hurrelmann. So ist es kein Wunder, dass die Zahl der männlichen Schüler in Realschulen und Gymnasien immer mehr abnimmt, während sie in Hauptschulen, Sonderschulen und Förderschulen ständig steigt. Dort beträgt laut Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft der Jungenanteil inzwischen bis zu siebzig Prozent.

Um dieses wachsende Ungleichgewicht bei den schulischen Leistungen wieder in den Griff zu kriegen, müsse man auf die spezifischen Bedürfnisse der Jungen besser eingehen, fordern Experten. Professor Hurrelmann denkt dabei an eine gezielte Jungenförderung – ganz ähnlich wie vor dreißig Jahren eine Mädchenförderung erfolgreich eingeführt wurde. Professor Dinges sieht das ähnlich: „Man könnte im Unterricht darauf setzen, dass sie ihren größeren Bewegungsdrang besser ausleben können.“ Er denkt sogar daran, in bestimmten Berufsfeldern wie bei Erziehern im Kindergarten Männerquoten einzuführen. „Das wäre ein Signal an die Gesellschaft“, sagt Dinges. „Die Jungs, aber auch die Mädchen sind sehr glücklich, wenn sie durch einen männlichen Pädagogen mal ein anderes Erziehungsmodell erleben.“

Aber dafür müssten auch mehr junge Männer Interesse für einen solchen Beruf zeigen. Denn derzeit ist die Erziehung eindeutig in Frauenhand. Laut dem Nationalen Bildungsbericht 2008 sind 97 Prozent der Pädagogen in Kindergärten und Kindertagesstätten Frauen. Dazu komme, dass mittlerweile 17,5 Prozent aller Kinder bei Alleinerziehenden aufwüchsen. Und das seien nun mal zu 85 Prozent Mütter, ergänzt Dinges. Das bedeutet, dass die weibliche Komponente bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen eindeutig dominiert.

Auf die Emanzipation und die verstärkte Konkurrenz durch die Frauen in der Arbeitswelt reagieren die Männer unterschiedlich. Immerhin hielten 66 Prozent der Männer die Gleichberechtigung für ein Thema, zitiert Professor Dinges die Studie „Männer: Rolle vorwärts, Rolle rückwärts?“ des Sinus-Instituts vom Oktober 2009. Allerdings wünschten sich nur 33 Prozent ein ganz egalitäres Geschlechterverhältnis in ihrer Beziehung, während eine genauso große Zahl der Männer weiter auf ein traditionelles Rollenbild setzte, in dem der Mann arbeitet und die Frau zu Hause bleibt.

Laut Dinges lehnen vor allem die wirtschaftlichen Eliten der Oberschicht, die sich mehr in den Business-Klassen der Flugzeuge und in den Metropolen der Welt aufhalten als zu Hause, und die Männer, die als Modernisierungsverlierer oft ohne Schulabschluss in prekären Berufsverhältnissen leben, eine Neudefinition der Männerrolle ab und bevorzugen weiter die alten Muster. Hingegen ist die breite Mittelschicht der Männer durchaus bereit, ihre Partnerinnen gleichberechtigt im Haushalt und bei der Kindererziehung zu unterstützen und ihnen gleichzeitig beruflichen Erfolg zu ermöglichen. Doch oft ist das über die beiden Vätermonate hinaus nicht möglich. Wenn Männer in der Personalabteilung fragten, ob sie für eine gewisse Zeit etwa eine Dreiviertelstelle bekommen könnten, dann bekämen sie noch zu oft die Frage zu hören, ob sie überhaupt noch Karriere machen wollten, erzählt Dinges. „Es muss aber die Bereitschaft der Firmen steigen, auf diese Wünsche einzugehen.“ Überhaupt hält er eine Diskussion zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Männer für nötig.

Während also die einen Männer auf die Herausforderungen durch die Frauen mit einem Rückfall auf das traditionelle Männerbild reagieren, sind die anderen mit der Situation überfordert und frustriert. Doch anstatt darüber mit ihrer Partnerin oder Freunden zu sprechen, verfallen viele in einen typischen männlichen Reflex: „Sie fressen den Kummer in sich hinein. Dadurch kommt es nicht selten zu psychischen Störungen“, sagt Professor Hurrelmann. „Das ist dann doppelt schwer, weil solche Krankheiten überhaupt nicht mit dem traditionellen Bild des alles ertragenden, schwere Lasten wegschaffenden und niemals Schmerz empfindenden Mannes in Einklang zu bringen sind.“ Nach dem Motto „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ gehen Männer nämlich sehr oft erst dann zum Arzt, wenn die Beschwerden sehr stark sind und es oft zu spät für eine adäquate Behandlung ist. Frauen hingegen haben ein anderes Verhältnis zur Gesundheit. Schon die Mädchen gingen in der Pubertät zum Arzt, um sich um die Verhütung zu kümmern, sagt Professor Dinges. Dadurch gewöhnten sie sich daran, sich dreimal im Jahr untersuchen zu lassen. Männer dagegen kämen erst in ihren Vierzigern auf die Idee, öfter einen Arzt zu konsultieren. Ab dem 55. Lebensjahr kümmerten sich Männer sogar häufiger um die Vorsorge als Frauen,weiß Dinges. Aber davor lassen sie sich nur untersuchen, wenn sie wirklich starke Schmerzen haben.

„Männer haben ein riskanteres Gesundheitsbewusstsein als Frauen“, sagt Hurrelmann. Männer ernährten sich schlechter, lebten ungesünder und setzten ihr Leben schneller aufs Spiel. Ganz eklatant mache sich das in der Pubertät und bei jungen Erwachsenen bemerkbar, was Alkoholexzesse oder Diskounfälle infolge von Mutproben zeigten, so Hurrelmann. Hinzu komme, dass Männer auch stärker von tödlichen Krankheiten betroffen seien als Frauen. Das gilt vor allem für Herzkrankheiten, Krebs, Aids, Hirnschlag, Lungenkrankheiten und Diabetes. Dies alles führt dazu, dass die Unterschiede in der Lebenserwartung der Geschlechter in den letzten hundert Jahren größer geworden sind. Während um 1900 eine Frau durchschnittlich 48 und ein Mann 45 Jahre alt wurde, erreiche eine Frau heute in der Regel 81, ein Mann nur 74 Lebensjahre, so Hurrelmann.

Allerdings warnt Professor Dinges davor, bei der Gesundheit zu sehr schwarzweiß zu malen. „Die Frauen sind nicht alle körpersensibel und die Männer nicht alle Gesundheitsidioten.“ Jedoch gibt auch er zu, dass es zum traditionellen Männerbild gehört, dass sie sich wenig mit Gesundheitsproblemen und Beschwerden befassen. Ein wenig spiegelt sich das auch im Verhalten der Männer, was den Abschluss einer Krankenversicherung angeht. Zwar besäßen gleich viel Prozent der Männer und Frauen eine solche Versicherung, sagt Dr. Michael Kerper, der im August 2009 als Leiter die Studie „Frauen als Zielgruppe der Assekuranz“ für YouGovPsychonomics maßgeblich verantwortete. Aber für eine Krankenzusatzversicherung entschieden sich mehr Frauen als Männer. Bei den privaten Kranken- und Pflegeversicherungen sieht es ähnlich aus, so Kerper. „Das ist schon erstaunlich, weil die Männer erheblich mehr verdienen und sich eine private Krankenversicherung eher leisten könnten, es aber nicht tun.“

Daraus kann man jedoch nicht schließen, dass die Männer insgesamt verantwortungsloser in die Zukunft blickten als die Frauen. Laut der YouGovPsychonomics-Studie haben sich deutlich mehr Männer gegen die Folgen einer Berufsunfähigkeit versichert, allerdings nicht, weil sie vorsorgebewusster sind. Der Anteil erwerbstätiger Männer ist eben immer noch größer als der der Frauen.

Jedoch zeigen diese Ergebnisse, dass immer noch viel zu wenige Menschen Vorsorge dafür treffen, falls sie durch einen Unfall nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen können oder plötzlich sterben und ihre Familie ohne Hinterbliebenenvorsorge zurücklassen. Denn beispielsweise eine Berufsunfähigkeit ist gar nicht so selten, wie eine Untersuchung der Swiss Life sagt: Jeder vierte deutsche Arbeitnehmer muss aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden. Gerade bei Männern fällt das gravierend ins Gewicht, da sie immer noch in den meisten Fällen die Haupternährer von Familien sind. Allerdings gibt es Hoffnung: Wie eine AWD-Studie zeigt, planen immerhin zwanzig Prozent der Menschen für das Jahr 2010, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Die Berufe, die bei Männern am häufigsten zur Berufsunfähigkeit führen, unterscheiden sich auch von denen der Frauen, sagt eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung Bund von 2009: Während vor allem männliche Kraftfahrer, Lager- und Transportarbeiter und Maurer vorzeitig etwa infolge eines Arbeitsunfalls ihren Beruf aufgeben müssen, sind es bei den Frauen vor allem Verkäuferinnen, Krankenschwestern und Köchinnen. Bei den männlichen Dachdeckern waren es 2009 sogar 37 Prozent – kein Wunder, dass dort die Prämien bis zu viermal so hoch sind wie bei anderen Jobs. Nur Verkäufer ist ein Beruf, der bei beiden Geschlechtern sehr häufig zur Berufsunfähigkeit führt. Meist sind psychische Erkrankungen der Grund dafür, warum man seinen Job nicht mehr ausüben kann. Allerdings betrifft das Frauen noch wesentlich stärker (42 Prozent) als Männer (30 Prozent), wie eine Studie der Deutschen Rentenversicherung Bund über die Erwerbsminderungsrente sagt. Bei Männern (14 Prozent) hingegen führen Herz-Kreislauf-Erkrankungen viel häufiger zum Rentenfall als bei Frauen (6 Prozent). Trotz aller Fortschritte durch die Gleichberechtigung ist aber die Frage nach der künftigen Rolle der Männer in der Gesellschaft noch nicht beantwortet. Die Forscher empfehlen einen Mittelweg und flexiblere Rollenmuster. „Der neue Mann muss selbstkritisch in der Lage sein zu erkennen, welche körperlichen und psychischen Potenziale er hat und wo seine Grenzen sind“, sagt Professor Hurrelmann. Natürlich dürfe ein Mann weiter seine Fähigkeiten nutzen, um beruflich erfolgreich zu sein, so Hurrelmann. Dadurch kann er weiter seine Männlichkeit ausleben. „Allerdings soll er nicht allein auf das K der Karriere setzen, sondern aus dem K von Kindern, von Küche und von Kommunikation mit der Partnerin und den Freunden eine Komposition machen“, sagt Hurrelmann.

Der neue Mann soll also seine Männlichkeit durch soziale Eigenschaften, die früher nur Frauen zugeschrieben wurden, ergänzen. Dass er dabei aber nicht zu weiblich werden darf, ist mittlerweile auch Herbert Grönemeyer klar. „Das Lied ist in den Achtzigern entstanden und gehört auch nur dahin und hat auch keine Gültigkeit mehr bis heute.“ Männer werden also nicht immer weiblicher und Frauen immer männlicher. Dennoch singt er Männer heute immer noch auf seinen Konzerten – allerdings nicht, um ein neues Männerbild zu zeigen, sondern nur als „Realsatire“.

Mauritius Much und Alexandros Stefanidis arbeiten als freie Journalisten in München.