12.11.2007
Risikodifferenzierung nach Geschlecht

Lebens-, Renten-, Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch nach dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes dürfen Lebensversicherungsunternehmen die Prämien und Leistungen für den Abschluss eines Versicherungsvertrages nach Männern und Frauen unterschiedlich bemessen, weil das Geschlecht ein bestimmender Faktor in der auf relevanten und genauen versicherungsmathematischen und statistischen Daten beruhenden Risikobewertung ist.

Entsprechende Erkenntnisse veröffentlicht regelmäßig z. B. das Statistische Bundesamt (www.destatis.de). Die nach dem Geschlecht differenzierten Daten zur Sterblichkeit oder Invalidität belegen die Relevanz des Geschlechts als Risikofaktor. So liegt nach der gegenwärtigen Sterbetafel 2007/2009 des Statistischen Bundesamtes die Lebenserwartung eines 40jährigen Mannes um etwa 4 Jahre niedriger als die Lebenserwartung einer 40jährigen Frau.

AGG_Leben_Sterbetafel2007_2009_600.jpg

In den versicherungsmathematischen Tafeln der Deutschen Aktuarvereinigung, die auch auf der Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes erstellt werden, wird diese Differenzierung nach dem Geschlecht ebenfalls vorgenommen. Diese Daten sind i. d. R. Grundlage für die Kalkulation der deutschen Versicherer. Die unterschiedliche Lebenserwartung für Männer und Frauen zeigt für mehrere Altersgruppen exemplarisch folgende Grafik:

Zusätzlich hat die Deutsche Aktuarvereinigung eine Ausarbeitung auf Ihrer Homepage veröffentlicht, in der die Relevanz des Risikofaktors Geschlecht für die Kalkulation in prägnanter und anschaulicher Form herausgestellt wird. Dabei werden beispielsweise die unterschiedlichen Risikoverläufe für Männer und Frauen dargestellt.