21.06.2007
Unfallforschung der Versicherer

Moderne Fahrerassistenzsysteme und bessere Überschlagsicherheit bei Bussen können Menschenleben retten

Schwere Busunfälle mit Überschlag sind zwar selten, enden aber – wie am Montag in Sachsen-Anhalt – meist dramatisch. Nach Ansicht der Unfallforschung der Versicherer in Berlin ist deshalb eine Erweiterung der entsprechenden Richtlinie ECE-R 66 im Hinblick auf die Überschlagsicherheit von Bussen notwendig. Bislang wird nämlich nur das Kippen, nicht der Überschlag getestet. Außerdem wird bei diesem Test die Gesamtmasse der Insassen nicht berücksichtigt. Doppelstöckige Busse müssen unverständlicherweise überhaupt nicht getestet werden.

Obwohl die Bussicherheit durch den Einbau von ESP und die Gurtpflicht verbessert wurde, hat sich bei der Überschlagsicherheit in den vergangenen Jahren kaum etwas getan. Schon im Jahr 2001 und nach dem schweren Busunglück bei Lyon 2003 hatten die Deutschen Versicherer mehr Überschlagschutz gefordert, beispielsweise auch durch den Einbau von Verbundglasscheiben, die die Struktursteifigkeit deutlich erhöhen könnten.

Auch wenn möglicherweise menschliches Versagen des auffahrenden Lkw-Fahrers Auslöser des tragischen Busunglücks war, hätten moderne Fahrerassistenzsysteme wie intelligente Abstandsregler und Notbremssysteme den Unfall abschwächen oder gar vermeiden können. Deshalb fordern die Unfallforscher die rasche Einführung solcher elektronischen Fahrerassistenten bei Nutzfahrzeugen und auch bei Bussen.

Ansprechpartner:
Klaus Brandenstein
Tel.: 030 / 20 20 – 58 83
k.brandenstein@gdv.org