23.02.2005
Studie zur Altersicherung

Die Märkte für Altersvorsorge in Deutschland bis 2020

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat mit seiner Untersuchung „Die Märkte für Altersvorsorge in Deutschland – eine Analyse bis 2020“ eine neue Studie im Rahmen seiner volkswirtschaftlichen Schriftenreihe herausgegeben. Durch die Riester-Rentenreform in der Folge des Altersvermögensgesetzes aus dem Jahr 2001 und durch das kürzlich beschlossene RV-Nachhaltigkeitsgesetz sinkt das gesetzliche Rentenniveau für künftige Rentnergenerationen. Zugleich wird mit dem Alterseinkünftegesetz, das zum 1. Januar 2005 in Kraft tritt, die betriebliche und private Rentenversicherung in den Mittelpunkt der kapitalgedeckten Vorsorge gerückt. Sie erlangt in Zukunft eine erhebliche Bedeutung für die Alterssicherung.

Vor diesem Hintergrund gesetzgeberischer Reformen untersucht die Studie Trends zukünftiger Nachfrage nach privater und betrieblicher Altersvorsorge sowie die Marktchancen einzelner Produktgruppen. Die Entwicklung der makroökonomischen Rahmenbedingungen in einer alternden Gesellschaft wird dabei ebenso berücksichtigt wie die Voraussetzungen für einen Stimmungsumschwung zu Gunsten der kapitalgedeckten Altersvorsorge, der in Deutschland bisher erst ansatzweise erreicht ist. Die Untersuchung stützt sich dabei auf umfangreiches empirisches Datenmaterial zum Sparverhalten der Haushalte in Deutschland, u. a. auch zum Riester-Markt und zur betrieblichen Altersversorgung.

Die Analyse der Bedarfslagen kommt zu dem Ergebnis, dass diejenigen Produkte an Bedeutung gewinnen werden, die lebenslange Renten, Leistungsgarantien und eine Absicherung gegen sogenannte biometrische Risiken, wie das Berufsunfähigkeits- und das Hinterbliebenenrisiko in der Ansparphase, bieten. Damit hat die Lebensversicherung eine exzellente Ausgangsposition in den Märkten für Altersvorsorge. Sie hat eine Alleinstellung bei der Absicherung der biometrischer Risiken und dem Angebot lebenslang leistender Rentenversicherungen und sichert die Kunden darüber hinaus gegen die Verlustrisiken der Kapitalmärkte ab.

Im Zuge des demographischen Wandels wird sich nicht nur der Anteil älterer Menschen, sondern auch der von zeitlebens kinderlosen Personen und von Doppelverdienerhaushalten an der Bevölkerung verändern. Die Bedürfnisse nach passender privater und betrieblicher Altersvorsorge werden daher so vielfältig wie die denkbaren Lebensmodelle und Erwerbsbiographien sein. Diese wachsende Individualität wird die Lebensversicherer im Vertrieb und in der Produktgestaltung vor neue Herausforderungen stellen.

Das zukünftige Volumen und die Art der nachgefragten Produkte der kapitalgedeckten Altersvorsorge hängen jedoch nicht allein von demographischen und ökonomischen Entwicklungen ab, sondern auch von klaren politischen Weichenstellungen. Nur bei einem gerechtfertigten Vertrauen in die Beständigkeit der gesetzlichen Rahmenbedingungen kann kapitalgedeckte Altersvorsorge auch in Deutschland wirklich zu einem universell akzeptierten gesellschaftlichen Trend werden. Dieser Trend ist aber notwendig, damit die großen sozialpolitischen Verwerfungen infolge des demographischen Wandels zumindest noch teilweise aufgefangen werden können.